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- Kunstturnen weiblich - Thea Klämt schafft die Sensation – vom 01.12.2016 12:37 Konstanze Neu-Müller
Beim Bundeskadernominierungstest des Deutschen Turnerbundes in Halle/Saale, dem sich alljährlichen die besten deutschen Kunstturnerinnen der Altersklassen 9-13 nach vorheriger Qualifikation stellen, um sich für einen Bundeskaderplatz zu empfehlen, gelang Thea Klämt schier Unglaubliches: sie siegte in der Altersklasse 10 und schließt das Jahr 2016 als beste deutsche Turnerin ihrer Altersklasse ab. Thea steht damit auf dem Sprung in den Bundeskader. Dies hat noch nie eine heimische Turnerin aus dem Leistungszentrum Limburg/TV Elz geschafft. Auch im Hessischen Turnverband muss man lange zurückschauen, wann es einmal einen solchen Erfolg für eine hessische Turnerin gab.
Als einzige hessische Vertreterin in der Altersklasse 10 hatte Thea die hohe Qualifikationshürde durch ihr erfolgreiches Abschneiden beim Turntalentschulpokal sowie dem Deutschlandpokal gemeistert und stellte sich dem Mammutprogramm des Deutschen Turnerbundes.
Nach der Anreise am Freitag und einer Trainingseinheit, hieß es für Thea an zwei Tagen insgesamt zwanzig technische Übungen an den Geräten Sprung, Barren, Balken, Boden, Trampolin und Schlaufen sowie elf athletischen Übungen aus den Bereichen Schnellkraft, Kraftausdauer und Beweglichkeit sowie einen abschließenden 800m-Lauf zu absolvieren; dies verlangte den jungen Turnerinnen einiges ab.
Doch Thea bewältigte dies souverän. Bei insgesamt sieben der elf athletischen Normen erreichte Thea mit 10 Punkten sogar die Maximalpunktzahl und schloss diesen Teil mit herausragenden 90% als Beste ab.
Aber nicht nur in der Athletik war Thea das Maß aller Dinge: Auch im technischen Bereich bewies sie Nervenstärke und wusste die Prüfer zu überzeugen: Mit 76% und einer durchschnittlichen Punktzahl von 4,5 von sechs möglichen Punkten blieb sie in den zwanzig technischen Leitlinien fehlerfrei. In den Schlaufen erhielt sie für ihre Vorwärtsriesenfelgen als einzige sogar die volle Punktzahl. Als Prüferin fungierte hier keine Geringere als Gabi Frehse aus Chemnitz, Trainerin der Olympiadritten am Barren Sophie Scheder.
Bei der Siegerehrung war dann die Sensation perfekt: Thea siegte mit 83% Normerfüllung in der Summe aus Athletik und Technik und lag damit sogar 5% vor der Zweitplatzierten. Damit hatte sie vierzehn weitere Turnerinnen ihrer Altersklasse u.a. aus Stuttgart, Chemnitz, Berlin, Mannheim, Bergisch-Gladbach, die die Qualifikationshürde für diesen Kadertest geschafft hatten, hinter sich gelassen.
Der Lenkungsstab des Deutschen Turnerbundes entscheidet nun über die Kaderzusammensetzung für 2017. Jetzt heißt es Daumen drücken und auf eine Nachricht von Bundestrainerin Ulla Koch warten.

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